MotoGP Sachsenring - Lap 3 of 3

 

It's Raceday!

 

Mit guten Taten und überraschenden Begegnungen verging der Morgen schnell und es war schon 12.00 Uhr - bald wurde das Moto2 Rennen gestartet! Die Spannung stieg und nach einem nassen und nicht allzu erfolgreichem Warm-Up konnten wir nur noch hoffen. Tom's Devise: oben bleiben. Jep, das hofften wir wohl alle auch. Ich hatte mal wieder das Glück, das Rennen in der Box mitzuverfolgen. Diesmal sogar fast alleine: abgesehen von Team und Technikern war ausser mir niemand in Tom's Box. Was mich natürlich nicht weiter störte, denn so hatte ich einen noch besseren Einblick in die Arbeit des Teams. Obwohl - oder vielleicht gerade weil - man während des Rennens nicht mehr wirklich viel ausrichten konnte, war die Spannung grösser als ich es bisher je erlebt hatte.

Das Weekend war zuvor ein einziges Auf und Ab gewesen, Tom war nicht wirklich fit und im Gegensatz zum Training war das Wetter nun alles andere als gut. Keiner wusste, was die nächste Stunde mit sich bringen würde und dem entsprechend war auch die Anspannung des Teams. Aufwärmrunde. Aufstellen. Und als die roten Lampen erloschen, donnerten die Fahrer los, eine Meute von Höllenmaschinen, Rad an Rad, Chassis an Chassis fuhren sie auf die erste Kurve zu. Jetzt bloss keine Fehler machen. Immer wenn Tom in's Bild kam, merkte man es sofort an der Reaktion des Teams. Und auch ich konnte kaum hinschauen. Fahrer für Fahrer musste den schwierigen Verhältnissen nachgeben und landete im Kiesbett, doch all unsere Schweizer hielten sich wacker. Würden sie es alle bis ins Ziel schaffen, wären unsere vier Schweizer alle in den Top15 platziert! Wer jetzt sagt, das sei nur Glück, weil alle anderen stürzten - falsch. Man muss eben nicht nur schnell sein, man muss das Ding auch zu Ende fahren. Eine Kunst für sich, in solch schlechten Verhältnissen. Und genau das gelang Tom an diesem Weekend leider nicht. Als er das nächste Mal im MotoGP-TV auftauchte, lag er bereits im Kiesbett. Gleichzeitig mit der Enttäuschung machte sich jedoch Bewunderung in mir breit: Tom's Sturz wurde im Replay noch einmal gezeigt und zeigte Bilder, wie aus dem Lehrbuch. Trotz der hohen Geschwindigkeit nahm er beim Sturz sofort die richtige Position ein, schützte durch die perfekte Haltung der Arme seinen Oberkörper und kam so sicher, mit höchstens ein paar Prellungen und offensichtlich ganz viel Verärgerung im Kiesbett zu liegen. Verständlicherweise enttäuscht kam er mit sichtlich mitgenommenem Kombi & demolierten Motorrad zurück in die Box. Und trotz Enttäuschung wurde er vom Team ermutigend empfangen, sofort kümmerten sich alle um ihn und die Analyse des Sturzes hatte begonnen, noch bevor sich Tom gesetzt hatte. 

Fast hätte ich dabei vergessen, dass das Rennen ja noch weiter lief! Halb Tom's Erläuterungen zuhöhrend, halb das Rennen mit noch immer 3-facher Schweizer Beteiligung verfolgend stand ich da zwischen Team und Bildschirmen in der Box von Tom. Echt schwierig, sich da zu entscheiden, wo man jetzt hinschauen sollte. 

Der Rest des Rennens zog sich, und während Tom sich und den Sturz noch immer erklärte, fuhren Domi, Jesko und Robin dem Ziel entgegen. Und alle drei brachten ihr Motorrad wortwörtlich heil ins Trockene. Nicht nur das: alle drei waren sie in den Punkten gelandet, Jesko Raffin sogar als bester Schweizer auf dem 8. Rang! Auch Domi holte noch das Möglichste aus sich und seiner Maschine raus, wurde guter 10. und Robin beendete das Rennen auf dem 13. Platz. 

Puh. Ein Moto2-Krimi der Extraklasse. Alle schienen erstmal tief durchzuatmen und irgendwie froh zu sein, dass das Rennen vorbei war. Zwar mit einem Nuller im Team, aber trotzdem ohne schlimmere Zwischenfälle oder Verletzungen, und auch dafür muss man in diesem Sport immer wieder dankbar sein.

Wie immer nach dem Rennen mussten alle nicht-Mechaniker oder -Fahrer die Box verlassen. Ich huschte im strömenden Regen zwischen den Team-Trucks raus auf den Weg zur Hospitality - und knallte fast mit Valentino Rossi auf dem Motorrad zusammen. Na gut, es war ein Roller. Trotzdem brauchte ich einen Moment um zu realisieren, wen ich da gerade vor mir hatte. Flink wie der Doktor ist nutzte er meine erstaunte Sekunde, machte einen Schwenker und war auch schon wieder verschwunden. Foto? Na dann eben nicht.  

 

So kurz vor der Heimfahrt kam auch mir in den Sinn, dass ich mich mal um eine Mitfahrgelegenheit kümmern könnte. Nach einigem Hin und Her vermittelte Alexandra mich glücklicherweise zu Charly. Mit guten Gesprächen, etwas Stau und ganz viel Jeep brachte er mich sicher bis nach Zürich vor die Haustür. Das ist Service! Danke Charly!;-)

 

Zu Hause angekommen spürte ich erstmals die Müdigkeit nach diesem doch etwas verzechten Weekend. Und ich war dankbar dafür. Denn die Kombination aus meiner eigenen Unorganisiertheit, der Faszination des Motorsport und der guten Laune der Ankerberg-Füchse hatten dieses Weekend zu einem ganz speziellen MotoGP-Weekend gemacht. Danke!

 


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Kommentare: 2
  • #1

    Charly Stutz (Montag, 01 August 2016 15:16)

    Hallo Anja, Guter Blogg. Gern geschehen, auch ich hattee so mit guten Gesprächen, trotz Stau, eine kurzweilige fahrt. Bis Bald und schreib weiter so. Gruss Charly

  • #2

    Landon Drewes (Montag, 06 Februar 2017 20:36)


    Thanks very nice blog!