Anja on

TRACK and STREET

... weil Motorsport verbindet.


AKTUELL - 04.07.2016

Das Hobby endgültig zum Beruf gemacht – jep, das habe ich, seit ich im Social Media Management bei der Fastr AG in Zürich arbeite. Ein Job, der unglaublich viel Freude macht, gleichzeitig aber auch zeitlich nicht gerade ohne ist. Das als kurze Erklärung dazu, warum es im Moment auf dem Blog eher ruhiger ist. Trotzdem sind natürlich Rennweekends geplant, und das Nächste kommt schon bald: Mitte Juli bin ich wieder mit Tom Lüthi und der Swiss Mafia unterwegs am Sachsenring Grand Prix. ;-) 


TRACKandSTREET informiert, mit Profistatements von Tom Lüthi und Dominique Aegerter.

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MotoGP Sachsenring - Lap 3 of 3

 

It's Raceday!

 

Mit guten Taten und überraschenden Begegnungen verging der Morgen schnell und es war schon 12.00 Uhr - bald wurde das Moto2 Rennen gestartet! Die Spannung stieg und nach einem nassen und nicht allzu erfolgreichem Warm-Up konnten wir nur noch hoffen. Tom's Devise: oben bleiben. Jep, das hofften wir wohl alle auch. Ich hatte mal wieder das Glück, das Rennen in der Box mitzuverfolgen. Diesmal sogar fast alleine: abgesehen von Team und Technikern war ausser mir niemand in Tom's Box. Was mich natürlich nicht weiter störte, denn so hatte ich einen noch besseren Einblick in die Arbeit des Teams. Obwohl -oder vielleicht gerade weil - man während des Rennens nicht mehr wirklich viel ausrichten konnte, war die Spannung war grösser als ich es bisher je erlebt hatte.

Das Weekend war zuvor ein einziges Auf und Ab gewesen, Tom war nicht wirklich fit und im gegensatz zum Training war das Wetter nun alles andere als gut. Keiner wusste, was die nächste Stunde mit sich bringen würde und dem entsprechend war auch die Anspannung des Teams. Aufwärmrunde. Aufstellen. Und als die roten Lampen erloschen, donnerten die Fahrer los, eine Meute von Höllenmaschinen, Rad and Rad, Chassis an Chassis fuhren sie auf die erste Kurve zu. Jetzt bloss keine Fehler machen. Immer wenn Tom in's Bild kam, merke man es sofort an der Reaktion des Teams. Und auch ich konnte kaum hinschauen. Fahrer für Fahrer musste den schwierigen Verhältnissen nachgeben und landete im Kiesbett, doch all unsere Schweizer hielten sich wacker. Würden sie es alle bis ins Ziel schaffen, wären unsere vier Schweizer alle in den Top15 platziert! Wer jetzt sagt, das sei nur Glück, weil alle anderen stürzten - falsch. Man muss eben nicht nur schnell sein, man muss das Ding auch zu Ende fahren. Eine Kunst für sich, in solch schlechten Verhältnissen. Und genau das gelang Tom an diesem Weekend leider nicht. Als er das nächste Mal im MotoGP-TV auftauchte, lag er bereits im Kiesbett. Gleichzeitig mit der Enttäuschung machte sich jedoch Bewunderung in mit breit: Tom's Sturz wurde im Replay noch einmal gezeigt und zeigte Bilder, wie aus dem Lehrbuch. Trotz der hohen Geschwindigkeit nahm er beim Sturz sofort die richtige Position ein, schützte durch die perfekte Haltung der Arme seinen Oberkörper und kam so sicher, mit höchstens ein paar Prellungen und offensichtlich ganz viel Verärgerung im Kiesbett zu liegen. Verständlicherweise enttäuscht kam er mit sichtlich mitgenommenem Kombi & demolierten Motorrad zurück in die Box. Und trotz enttäuschung wurde er vom Team ermutigend empfangen, sofort kümmerten sich alle um ihn und die Analyse des Sturzes hatte begonnen, noch bevor sich Tom gesetzt hatte. 

Fast hätte ich dabei vergessen, dass das Rennen ja noch weiter lief! Halb Tom's Erläuterungen zuhöhrend, halb das Rennen mit noch immer 3-facher Schweizer Beteiligung verfolgend stand ich da zwischen Team und Bildschirmen in der Box von Tom. Echt schwierig, sich da zu entscheiden, wo man jetzt hinschauen sollte. 

Der Rest des Rennens zog sich, und während Tom sich und den Sturz noch immer erklärte, fuhren Domi, Jesko und Robin dem Ziel entgegen. Und alle drei brachten ihr Motorrad wortwörtlich heil ins Trockene. Nicht nur das: alle drei waren sie in den Punkten gelandet, Jesko Raffin sogar als bester Schweizer auf dem 8. Rang! Auch Domi holte noch das Möglichste aus sich und seiner Maschine raus, wurde guter 10. und Robin beendete das Rennen auf dem 13. Platz. 

Puh. Ein Moto2-Krimi der Extraklasse. Alle schienen erstmal tief durchzuatmen in irgendwie froh zu sein, dass das Rennen vorbei war. Zwar mit einem Nuller im Team, aber trotzdem ohne schlimmere Zwischenfälle oder Verletzungen, und auch dafür muss man in diesem Sport immer wieder dankbar sein.

Wie immer nach dem Rennen mussten alle nicht-Mechaniker oder -Fahrer die Box verlassen. Ich huschte im strömenden zwischen den Team-Trucks raus auf den Weg zur Hospitality - und knallte fast mit Valentino Rossi auf dem Motorrad zusammen. Na gut, es war ein Roller. Trotzdem brauchte ich einen Moment um zu realisieren, wen ich da gerade vor mir hatte. Flink wie der Doktor ist nutzte er meine erstaunte Sekunde, machte einen Schwenker und war auch schon wieder verschwunden. Foto? Na dann eben nicht.  


So kurz vor der Heimfahrt kam auch mir in den Sinn, dass ich mich mal um eine Mitfahrgelegenheit kümmern könnte. Nach einigem Hin und Her vermittelte Alexandra mich glücklicherweise zu Charly. Mit guten Gesprächen, etwas Stau und ganz viel Jeep brachte er mich sicher bis nach Zürich vor die Haustür. Das ist Service! Danke Charly!;-)

 

Zu Hause angekommen spürte ich erstmals die Müdigkeit nach diesem doch etwas verzechten Weekend. Und ich war dankbar dafür. Denn die Kombi aus meiner eigenen Unorganisiertheit, der Faszination des Motorsport und der guten Laune der Ankerberg-Füchse hatten dieses Weekend zu einem ganz speziellen MotoGP-Weekend gemacht. Danke!

 


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MotoGP Sachsenring - Boxenstopp

 Tschüss Niveau. Bis Montag!

 

Wer denkt, am Sachsenring sei nach der letzten Qualifikation Feierabend, der liegt sowas von falsch. Erst ging's (sportlich mit dem Taxi) zurück nach Limbach um die Arbeit zu erledigen. Noch kurz hinlegen, duschen, und dann hiess es: Koffer packen. Jep, denn dank Kevin hatte ich für die letzte Nacht ein um Einiges besseres Schlafplätzchen gefunden. Ich durfte die Nacht in seinem und Hausi's Camper verbringen, der direkt unterhalb der Strecke platziert war. Am selben Ort, wie auch der Rest des Aegerter-Clans hauste.

...wenn ich denn überhaupt zum Schlafen gekommen wäre. Jeder, der den Ankerberg einmal live erlebt hat weiss, wovon ich rede. Für diejenigen, die's nicht wissen: viele gestörte Leute, gute Musik, nicht zu wenige Konzertbühnen und ein verschwindend niedriges Niveau führten dazu, dass wir unvergesslich viel Spass hatten. Nicht umsonst lautet das Motto der Ankerberg-Füchse "tschüss Niveau, bis Montag". 

Auch das gehört zum Sachsenring-Weekend dazu, wenn auch nicht direkt zum Motorsport. Trotzdem: erlebt haben muss man das einfach mal.

Wir waren schliesslich um 4.30 Uhr morgens wieder zurück beim Camper, und als ich als Antwort auf meine Frage "ist es immernoch oder wieder hell?" nur fragende Blicke erntete, war wohl klar, dass unsere Mütze Schlaf nicht mehr allzu gross ausfallen würde. Vor allem deshalb nicht, weil wir Genies ja gewettet haben, dass wir es schaffen, um 07.30 joggen zu gehen. Wettschulden sind schliesslich Ehrenschulden, und tatsächlich waren Alain und ich um kurz vor 8, nach knapp zwei Stunden Halbschlaf schon wieder joggend auf den Beinen. Auch wenn's Überwindung gekostet hat, glaubt mir: das ist besser als ein Konterbier.;-)

 

Kurz duschen, Frühstücken (was ja wirklich ein Luxus war, danke Hausi!😉) und los zur Strecke. Schliesslich warteten die zwei Jungs noch auf ihre Tickets, die ich am Tag zuvor noch besorgt hatte. Ich überreichte ihnen ihr Zutritt zum Glück, erklärte ihnen kurz das Gelände und wollte auch schon wieder zurück ins Paddock. Oh. Echt jetzt? Da lief ich doch glatt einem Freund aus meiner Diebetormtöibeler-Zeit in die Arme. Wir blickten uns beide erstmal eine gefühlte Ewigkeit an - da muss man doch tatsächlich 800km fahren, um sich nach Jahren per Zufall wiedermal über den Weg zu laufen. Wozu MotoGP nicht alles gut ist. 

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MotoGP Sachsenring - Lap 2 of 3

Let's start the Weekend

Als ich da so bei meinem Kaffee sass, füllte sich der Raum langsam. 

Freunde, Familie, Fans und Gäste trafen nach und nach ein und der Morgen verging vor lauter Begrüssungen und Gesprächen wie im Flug. Es ist immer wieder spannend, wenn man Leute aus dem Umfeld der Fahrer kennenlernt und so einiges über die Anfangszeit der heutigen Profis erfährt.  Auch Kevin Aegerter, Domi’s Bruder, trudelte zusammen mit einigen Freunden in der Hospi ein. Wer hätte gedacht, was da noch alles zustande kommen würde. Aber dazu später mehr. 

Als Daniel dann beim Mittagessen meinte, ich dürfe am Nachmittag mit einer Track-Karte raus zur Strecke, war mein erstes Highlight des Weekends gesichert. 

Als kleine Gruppe breit grinsender Fans machten wir uns vor dem zweiten Training auf den Weg zum Omega, dem mit Abstand besten Zuschauerpunkt des Sachsenrings. Schon vom Paddockbereich aus hat man eine tolle Sicht auf die Strecke. Wenn man dann aber auf der inneren Seite des Omegas bis ganz nach vorne zum Scheitelpunkt der Kurve gehen kann bieten sich einem Bilder, die man so schnell nicht mehr vergisst. Ja, es ist eindrücklich, wenn man die Schräglagen in den ultra langsamen Slowmotions im TV sieht. Wenn man aber nur wenige Meter von den Curbs weg die Fahrer auf ihren Maschinen beobachten kann, wenn man die fast unmögliche Schräglage eins zu eins vor Augen hat und sieht, wie sie mit Knie und Ellbogen den Asphalt berühren, dann vergisst man für ein paar Sekunden den Rest um sich herum und ist einfach nur überwältigt. Überwältigt von der Perfektion, mit der jeder einzelne Fahrer unterwegs ist. Tempo, Linie, Schräglage, Blickführung, Bremspunkt - würden die Fahrer nicht unterschiedliche Kombis haben, könnte man sie anhand dieser Punkte wohl kaum unterscheiden. Runde für Runde fährt jeder Pilot die praktisch identische Linie. Das ist wirklich Fahren am Limit. 

Ich war so vertieft in diese Bilder, dass ich es kaum bemerkte, als der Rest der Truppe sich schon wieder auf den Weg zurück machte. Kaum zurück im Paddockbereich lief mir schon die nächste Gruppe bekannter Gesichter entgegen: Bruno Streuli, Charly Stutz und einige andere Mitglieder von Domi’s Sponsoren-Club. In neuer guter Begleitung ging’s wieder raus auf die Service-Road, diesmal aber direkt bei Start/Ziel und der ersten Kurve. Wir warteten, bis die Moto2-Jungs ihre ersten Runden fuhren und ich staunte nicht schlecht, als Domi winkend mit einem Wheelie aus der Boxengasse an uns vorbei fuhr. Hätte mir vor 10 Jahren, als ich die ersten Rennen am TV verfolgte, jemand gesagt, dass ich das einmal live erleben würde – ich hätte denjenigen für verrückt erklärt. 



Jason Dupasqiuer  – der Star von morgen?


Mit einer Überdosis Beeindruckung machten wir uns nach dem Training auf den Weg zu einem weiteren Star des Weekends: Jason Dupasquier. Der 14-Jährige Schweizer war im Rahmen des North European Moto3 Cups (NEC) ebenfalls am Sachsenring mit dabei. Der Nachwusrennfahrer überzeugt auf ganzer Linie – kein Wunder bei dieser Familie: Vater Philipp Dupasquier ist ein erfolgreicher Schweizer Motocross Fahrer, Jason's kleiner Bruder sowie seine ältere Schwester sind ebenfalls auf Erfolgskurs in Sachen Motocross und Supermoto und Mama Andrea hat als Familien-Managerin einen 24/7 Job. Jedes Wochenende ist die Familie auf der Rennstrecke unterwegs und während Jason am Sachsenring sein Bestes gab, war Vater Philipp mit dem kleineren Bruder an einem Motocross Rennen unterwegs. Kein Problem für Jason: der Junge zeigt eine unglaubliche Reife und Disziplin. Wir konnten ihn beobachten, wie er sich vor dem ersten Qualifying am Freitag vorbereitete. Jeder Handgriff sitzt, Kombi, Helm, Getränke und alles, was man als Rennfahrer so braucht, wurde perfekt vorbereitet. Fast, als wäre er schon einer von den Grossen. Von denen, die im Paddock nebenan unter vergleichsweise Luxusbedingungen und ganzen Teams von Mechanikern und Supportern ihre Rennen bestritten. 

Jason war genau so fokussiert und motiviert, nur dass er sich nebenbei nich selber am Motorrad zu schaffen machen musste. Und das nicht in einer Box, wie es die Mechaniker der MotoGP-Stars nebenan machten. Er stellte sein Motorrad zusammen mit einem Freund und Mechaniker in einem Zelt, neben dem Wohnmobil auf die Qualifikation ein. 

Ja, der Junge hat eine vielversprechende Karriere vor sich.

 

Der Tag neigte sich schon dem Ende zu und ich hatte ja noch eine abenteuerliche Heimfahrt vor mir. Ich holte also mein Hightech-Bike und fuhr los. Ins Detail möchte ich jetzt nicht gehen, was die Fahrt angeht. Nur so viel: nicht alles, was auf Google Maps als Weg vermerkt ist, ist auch wirklich befahrbar. 

Verschwitzt und vom kleinen Zeh bis in die Haarspitzen verdreckt kam ich endlich in Limbach an und war für nicht mehr viel zu gebrauchen. Tom’s Homepage wurde natürlich noch geupdatet, dann war’s auch schon Zeit für die Heia. 



Meeting People, having Fun

Samstags ging’s wieder früh los – mit dem Taxi, höhö. Ganz unsportlich kam ich bequem in der Hospitality an und traf bald schon auf Kevin und seine Begleiter. Die gute Stimmung kam bei ihnen definitiv nicht zu kurz und das ist es genau, was ich an Fans und Freunden des Motorsports mag. Immer gute Stimmung, alle sind sie freundlich und offen. Wir kamen schnell in’s Gespräch und als sie erfuhren, dass ich den Ankerberg noch nie live erlebt hatte, beschlossen wir, das am kommenden Abend zu ändern. Worauf hatte ich mich da bloss eingelassen...

Erstmal waren aber noch Training & Quali auf dem Plan. Schon bald Zeit für's dritte freie Training, das ich mir vom Dach der Hospitality aus ansehen wollte. Mit direkter Sicht auf die Boxengasse und Start/Ziel Durchfahrt! 

Doch da war diese Anfrage von zwei Jungs aus der Schweiz, die Sonntags unbedingt zum Rennen kommen wollten. Ich sollte noch Tickets für sie besorgen. Kurz zum Ticketschaltet - ja nee is klar. 

Dieser war fast am anderen Ende des Geländes. Da angekommen wollte ich mir zwei der letzten Tickets sichern. Wenn da nicht dieses Bargeld gewesen wäre, das ich natürlich nicht dabei hatte. Sparkasse? Die nette Dame erklärte mir den Weg dahin: "Sie gehen alles gerade aus die Strasse runter. Dann der Strecke entlang, bis zum Kreisverkehr. Da links kurz den Berg hoch, dann rechts. Weiter bis zum Bahnhof, daran vorbei und links die Strasse rauf. Rechts in die 30er Zone rein und da ist der Geldautomat." Ich guckte nicht schlecht aus der Wäsche. Zurück zum Paddock um das Training anzuschauen oder Gutes tun und Tickets besorgen? Ich entschied mich für Letzteres. Ich erspare euch die Details, aber 1.5 Stunden später stand ich verschwitzt und mit zwei T2-Tickets wieder im Paddock. Kurz was essen und bald stand auch schon die Qualifikation an. Wieder lief ich Kevin und seinen Freunden in die Arme. Ich schloss mich ihnen an und wir gingen, zusammen mit Alexandra, einer sehr netten Mitarbeiterin von Sigi, mit der ich mich schon nur wegen unseres gemeinsamen Lockenkopfs gut verstand, auf den Weg zum Omega. 

Die Qualifikation an sich ist ja schon spannend. Sie live an der Strecke anzuschauen ist schon eine andere Sache - die Quali aber zusammen mit Familie und Freunden eines Rennfahrers am schönsten Punkt des Sachsenrings zu verfolgen, ist eine Klasse für sich. Man schaut nicht nur zu, wie sie vorbeifahren und auf welcher Platzierung sie sich herumtreiben. Nein, man analysiert jede Bewegung der eigenen Lieblinge da draussen auf der Strecke. Welche Linie fahren sie im Vergleich zu den anderen? Wie legen sie das Motorrad aus der einen Kurve in die andere um? Wie schalten sie, wie legen sie die Hand an den Gasgriff und die Bremse? Kleiner Wink zum SRF: das wäre mal einen Livekommentar wert.;-)

Leider brachten alle Analysen nicht viel, die Quali-Resultate liessen zu wünschen übrig. Auch die Pressekonferenz, an der ich wenig später in der Hospitality teilnahm, machte nicht allzu viel Hoffnung. Trotz der schwierigen Verhältnisse spürte man aber den Kampfgeist regelrecht und wie immer machten Tom und Domi das beste aus der Situation, legten ihren Fokus auf Erholung und das Rennen am Tag danach. 

 

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MotoGP Sachsenring - Lap 1 of 3

Say yes and you'll figure it out afterwards.

Sag ja dazu und du wirst einen Weg finden. Das war auch mein Motto für das Sachsenring Weekend 2016. Improvisation und Spontanität bringt einen eben doch immer wieder zu den besten Erlebnissen, und vor allem zu den besten Leuten.

Jep, das war noch harmlos...
Jep, das war noch harmlos...
Planung? Kann man das essen?

Planlos aber voller Vorfreude fuhren wir am Donnerstag Morgen los in Richtung Sachsenring. Wir, das waren Beni Lötscher und ich. Knapp zwei Tage vor Abreise konnte ich es noch organisieren, dass ich mit Beni mitfahren konnte - vielen Dank übrigens dafür Beni, ist ja nicht selbstverständlich, dass man eine junge, etwas verrückt wirkende Motorsportfanatikerin einfach so mal 700km mitnimmt, ohne sie vorher je gesehen zu haben. ;-)

 

Dank geschickter Routenwahl waren wir praktisch ohne Stau 8 Stunden später am Ring und von da aus musste ich nur noch nach Limbach zu meiner Unterkunft kommen. Beni wollte mich hinfahren – aber als wir dem Navi folgten, erstmal gefühlte 500 Höhenmeter den Hügel rauf fuhren um dann von einer gesperrten Strasse aufgehalten zu werden, hatte ich schon erstmals die Befürchtung, dass es vielleicht doch nicht ganz so einfach sein würde, von Limbach jeweils zur Rennstrecke zu kommen. So ganz ohne Auto.  Aber man liegt schliesslich so wie man sich bettet (nicht wahr, Daniel?;-). Da musste ich nun durch. Wir fuhren also zurück zum Ring, Beni liess mich beim Haupteingang aussteigen und ich suchte mir ein Taxi. Die würden schon wissen, welches der schnellste Weg ist. Dachte ich. Aber auch der Taxifahrer war etwas ratlos und machte eine grosszügige Umfahrung, sodass mich der Transport zu meinem AirB&B Zimmer schlussendlich fast 50 Euro kostete. Zum Glück hatte ich im Voraus ein Fahrrad organisiert, mit dem ich jeweils    zur Strecke fahren konnte. Aber auch das stellte sich als nicht ganz so durchdacht heraus: Der gute Gastgeber wusste ja nicht mal wie gross ich war, und stellte mir daher ein tolles, intaktes Citybike hin, das für mich viel zu klein und so gar nicht offroad-tauglich war. Was es eigentlich hätte sein müssen, denn bei der Routenwahl zur Strecke hatte ich die Höhenmeter nicht einberechnet. 

Für diese ordenwürdige Planung bezahlte ich dann erstmals am Freitag Morgen, als ich mit dem Drahtesel nach einer Stunde Wald- und amateur-downhill-Streckenfahrt beim Accreditation-Center ankam. 

Wenigstens hatte ich keine Umstände, mein Ticket zu bekommen. Wäre auch zu viel des Guten gewesen. 

Mit dem Paddockpass im Sack machte ich mich auf die letzten Kilometer zur Strecke. Kleiner Tipp am Rande: Verlasst euch bei Fahrradstrecken nie auf Google Maps. Ohne ins Detail zu gehen: tut es einfach nicht. Es ist sehr offroadig. Und anstrengend. 

Ich schaffte es aber tatsächlich zum Ring und war heilfroh, als ich endlich im Paddock vor der Teamhospitality stand. 

Kaum eingetreten wurde mir auch schon der erste Kaffee angeboten. Nebst top Atmosphäre ist das wohl etwas vom beeindruckendsten an einem MotoGP-Weekend: Die Organisation und der Einsatz der zwei Hospitality Jungs. Von früh bis spät sind sie immer präsent. Egal wie viele Gäste vor Ort sind, alles ist immer sauber und aufgeräumt, das Essen top vorbereitet und jedes Mal aufs neue eine Überraschung. Und trotz Stress sind sie immer bestens gelaunt.  Diese Jungs haben wirklich Respekt verdient! 

Genau so wie Julia, die auch schon wieder durchs Paddock wuselte, Box-Hospitality und zurück in Handstand und Quadrat. Schlichtweg beeindruckend. 

 

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ETCC Nordschleife 2016 mit dem Rikli Motorsport Team

Rennsport - ein Mannschaftssport wie kein anderer
Teamplayer. Bei diesem Wort kommt einem mit Sicherheit eine Sportart wie Fussball oder Eishockey in den Sinn. Ein Team, das auf dem Spielfeld steht und im richtigen Moment die richtigen Pässe spielt. Ein Rennfahrer hingegen spielt keine Pässe, im Gegenteil: er ist ein Einzelkämpfer. Könnte man meinen. 
ETCC Rennen auf der Nordschleife, Saison 2016
ETCC Rennen auf der Nordschleife, Saison 2016
Es war das Highlight der ETCC-Saison 2016: das Rennen auf der Nordschleife des Nürburgrings. Eine der wohl gefährlichsten Rennstrecken. Mehr als 20km ohne Auslaufzonen. Mehr als neun Minuten, in denen man sich am puren Limit von Mensch und Technik bewegt. Drei Rennrunden während denen der Rennfahrer voll und ganz auf die Arbeit seines Teams vertrauen muss.
Dieses Wochenende mitzuerleben war für mich persönlich eine Erfahrung, bei der ich den Rennsport noch intensiver und beeindruckender erleben konnte als bisher. 
Angefangen hat der ganze Wahnsinn, als ich noch nicht mal in Deutschland war. Als ich am Mittwoch morgen von Kris Richard erfuhr, dass er im Spital war, dachte ich im ersten Moment, das Rennweekend würde ins Wasser fallen. Mit fast 40 Grad Fieber wegen eines Infekts noch konkurrenzfähige Zeiten auf der Nordschleife zu fahren ist doch ein Ding der Unmöglichkeit. Aber nein, nicht für einen Rennfahrer: Kris war sich sicher, dass er beim Rennen dabei sein würde - und tatsächlich fuhr er im Qualifying am Freitag die zweitbeste Zeit mit nur 0.012 Sekunden Rückstand auf die Poleposition. 
Ich war beeindruckt - sowohl von Kris' Leistung, als auch davon, wie ich empfangen wurde, als ich freitags nach fünf Stunden Fahrt endlich am Nürburgring ankam. 
Auf der Fahrt realisierte ich nämlich plötzlich, dass ich mich ja nicht mal um ein Ticket gekümmert hatte - was aber scheinbar auch nicht nötig war, denn Andi, Kris' Vater, stand bereits mit meinem Paddock-Pass am Eingang bereit und erwartete mich. Dank etwas Glück und einem äusserst freundlichen Parkplatzwächter (an dieser Stelle: Danke Andreas!) erwischte ich sogar noch einen Parkplatz in Gehdistanz zur Rennstrecke und war somit schneller als gedacht mit meinem ganzen Gepäck in der Hospitality des Rikli Motorsport-Teams angekommen. 
Kaum eingerichtet, nahmen mich die anderen Gäste des Teams auch schon wieder mit auf die Tribüne - das 3h-Classic-Rennen hatte soeben gestartet. 
Fast verpassten wir noch das Abendessen in der Hospitality, so mitgerissen wurden wir von der Zuschaueratmosphäre während des Rennens, als die Fahrer das letzte PS aus ihren Mueumswürdigen Oldtimern kitzelten. 

 

Nach dem Nachtessen bot sich mir die Erklärung, warum man an einem Rennweekend jegliches Zeitgefühl verliert. Selbst morgens um 01.00 Uhr schraubten die einen noch am Rennwagen, während andere bereits inmitten der Rennwagen und Werkzeugkästen ihre Klappbetten aufgestellt hatten und schliefen. 
Auch ich verzog mich bald mal in mein Schlafgemach. Mit zwei Honda Civic Rennautos im Nebenzimmer schläft's sich ziemlich gut - kaum hatte ich mich im Schlafsack verkrochen, war auch schon wieder Morgen. Pünktlich um 07.30 waren alle zum Frühstück erschienen, egal wie lange der Abend zuvor war. 
Ich beobachtete das Team, wie es die letzten Vorbereitungen für die Rennen erledigte. Die drei Stunden bis zum Rennen kamen mir vor wie ein paar wenige Minuten, so beeindruckt war ich von dem Teamspirit der Mechaniker. Kaum einer sagte ein Wort, jeder Griff sass perfekt und jedes Teammitglied wusste genau, was es zu tun hatte. 
Ich staunte nicht schlecht, als mich Reto plötzlich anwies, ins Rennauto von Kris zu sitzen. Ohne gross zu zögern setzte ich mich hinters Steuer und folgte seinen Anweisungen. Naja, losfahren durfte ich dann doch nicht gerade - aber immerhin den Startknopf betätigen und den Motor vorwärmen. Das war für mich persönlich schon spektakulär genug. Und ein paar coole Bilder gab's auch noch nebenbei. 
Anja im TCR Honda Civic
Anja im TCR Honda Civic
Als der Motor auf Betriebstemperatur war, musste plötzlich alles schnell gehen: wir wurden angewiesen, in der Boxengasse auf das Team zu warten und kurze Zeit später stand ich inmitten von ETCC-Rennautos, Reifenwagen, Mechanikern und Kameras vor der Box - bevor wir uns auch schon wieder zur Startaufstellung weiter bewegten. 
Obwohl um mich herum ein riesiger Tumult herrschte traute ich mich kaum, einen Ton von mir zu geben. Die Stimmung war zum Zerreissen gespannt, man konnte in den Gesichtern aller Anwesenden die Aufregung förmlich ablesen. Selbst auf der Startaufstellung wurde unter den Technikern kaum ein Wort gewechselt, während jeder einzelne nochmals seine Vorbereitungen überprüfte. 
Dann war die 5-Minuten-Tafel draussen was für uns das Zeichen war, die Startaufstellung nun zu verlassen. 
Zurück bei der Boxenmauer warteten wir darauf, dass der Start freigegeben wurde. 
Und so begannen die wohl unerträglichsten Minuten des Weekends: die Strecke ist so weitläufig, dass das Team teilweise nicht einmal über Funk mit dem Fahrer in Verbindung steht. Auf dem Bildschirm war lediglich die WTCC zu sehen und das einzige, woran wir uns halten konnten, waren die Sektorzeiten, die alle paar Minuten auf den Zeitmonitoren erschienen. 
Keiner sagte ein Wort, jeder einzelne schien in seinen Gedanken versunken, wie der Rennfahrer, der mit dem Material und den Einstellungen seines Teams am Limit zum Unmöglichen über die Curbs der Nordschleife raste und seine Sicherheit voll und ganz in die Hände seiner Techniker gab. 
Drei Start-Ziel-Durchfahren später dann die erste Erleichterung: das Rikli Motorsport Team holte mit Kris Richard den zweiten und mit Peter Rikli den fünften Platz im ersten Rennen des Wochenendes. 
Das Durchatmen hielt allerdings nicht lange an: die Fahrer kamen zurück zur Box, stiegen völlig überhitzt aus dem kochend heissen Wagen und versuchten sich im Schatten kurz etwas zu erholen. Während dessen wurde der Wagen aufgetankt und alle technischen Details überprüft, so dass alles bereit war für das zweite Rennen, das wenige Minuten später bereits wieder gestartet wurde.
 
Diesmal war die Startaufstellung umgekehrt - sollte also heissen, dass die Pole des ersten Rennens nun zu hinterst startete, um mehr Überholmanöver und somit mehr Spannung zu ermöglichen. 
Kris Richard und Peter Rikli hielten offensichtlich nicht viel davon und fuhren kurzum noch vor der ersten Kurve an allen vorbei auf den zweiten und dritten Platz. Und wieder hiess es für das Team: warten. Die Minuten zogen sich hin und wir starrten auf die Sektorzeiten als wäre es ein spannender Thriller. 
Kris Richard gewinnt das ETCC Rennen auf der Nordschleife
Kris Richard gewinnt das ETCC Rennen auf der Nordschleife
30 bangende Minuten später dann die Erlösung: Kris gewann das Rennen und Peter Rikli beendete es auf dem hart erkämpften siebten Platz. Mit einem Schlag fiel die ganze Anspannung der vergangenen Tage von allen ab, und es war nur noch Freude, Stolz und Erleichterung zu spüren. 
Alle fielen sich in die Arme, teilweise schien sogar eine Freudenträne in gewissen Augen zu glitzern. 
Ich stand inmitten des jubelnden Teams und war einfach nur geflasht. 

 

 

 

Wenig später standen wir bei der Siegerehrung, Kris zuoberst auf dem Treppchen während die Schweizer Nationalhymne gespielt wurde - und selten hatte ich so grossen Respekt vor der Leistung eines Teams, in dem jeder auf die Arbeit und Fähigkeit des anderen vertraute und ein einziger sogar sein Leben in die Hände dieser Leute gab. 

 

Danke dem Rikli Motorsport Team, Kris Richard und seinen Eltern, die mir diese Erfahrung ermöglicht haben! Herzliche Gratulation zu eurem Erfolg, den ihr euch mehr als verdient habt.

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